Couchgespräche 07.2021 – Gedächtnis und Archiv

In unserer Reihe „Couchgespräche“ dokumentieren wir Zeitzeug*innen für die digitale Mediathek unseres Projektes Living Library.


Couchgespraeche Juli 2021 - Gedächtnis und Archiv

Couchgespräche am 04.07.2021, 16:00, online

Gedächtnis und Archiv des schwulen Kölns

Hier sind die Links zu der Online-Veranstaltung:
Facebook-Live-Event
Youtube-Live-Stream

 

Thema

Alles hat eine Geschichte: Menschen, Orte und Ereignisse – selbst der Ort, der seit Jahrzehnten die Geschichte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans*- und intergeschlechtlichen Menschen in Köln festhält: das Centrum Schwule Geschichte (CSG).

Was seit 1984 zusammengekommen ist, kann sich sehen lassen, ob Akten schwuler Vereine, Flugblätter, Broschüren, Plakate, Zeitungsausschnitte, Fotos, Videos, Tonträger oder sonstige Materialien der Schwulenbewegung. Es gibt Zeitzeugeninterviews auf Kassetten sowie in Transkription, deren Erzählungen zurück bis in die Zeit der Weimarer Republik gehen. Das CSG sieht sich als „Gedächtnis und Archiv der Schwulenbewegung in Köln und im Rheinland“, ermöglicht wissenschaftliche Forschung und leistet Aufklärungsarbeit.

 

Veranstaltung

Am Sonntag, 04. Juli 2021, reden wir mit zwei Menschen, die im Centrum Schwule Geschichte die umfangreiche Sammlung von Exponaten und Geschichten betreuen: Martin Sölle, Gründungsmitglied des CSG, und Alexander Mounji, Historiker. Sie werden von ihrem Einsatz, ihren Erlebnisse, Einsichten und Erkenntnissen berichten.

Diese vorerst letzte Veranstaltung wird wieder als Videokonferenz + Livestream stattfinden (Links siehe oben). Alle live zugeschalteten Interessierten haben die Möglichkeit, sich mit ihren Erinnerungen wie auch Fragen bei der Veranstaltung einzubringen.

Living Library & Couchgespräche werden gefördert im Rahmen von

Neustart Kultur

Förderer

Förderer

Zeitzeug*innen

© Alexander Mounji
Alexander Mounji

Jahrgang 1989, ist Student der Neueren Geschichte im Master-Studiengang. Seinen Schwerpunkt hat er auf LSBTIQ-Themen gelegt. Auch als Aktivist sowie privat ist er viel in queeren Kontexten unterwegs. Er hat als Praktikant im Kölner Frauengeschichtsverein seine Bachelorarbeit zum „Transsexuellen-Problem“ über einen Vorfall im autonomen Frauenzentrum in der Kölner Eifelstraße verfasst. Mounji ist Mitarbeiter im Centrum Schwule Geschichte in Köln, wo er gerade eine Trans*-Abteilung aufbaut. Besonders interessiert er sich für die Schnittstellen und Konflikte innerhalb queerer Bewegungen und Communities. Er möchte verstehen, wie es historisch erwachsen ist, dass diese Personengruppen sich auch heute noch oft eher unversöhnlich gegenüberstehen und was für Ansätze der Zusammenarbeit es bereits gegeben hat. Seine Masterarbeit schreibt er über den Konflikt zwischen der glf Köln und ihrer linken Abspaltung SAK. Als Trans*-Mann, der in homo- bzw. bisexuellen Kontexten unterwegs ist, ist er auch privat daran interessiert, sich eher auf die Gemeinsamkeiten zu konzentrieren als auf Differenzen und Trennungen.

Martin Sölle

Jahrgang 1956, hat sich bereits in seiner Jugend engagiert, sowohl bei Amnesty International wie auch in Schülerbasisgruppen. Nach dem Abitur studierte er Jura, bis er 1984 eine Buchhändlerlehre begann. Er arbeitete in der „Bücherstube am Dom“, bis er 1990 in den „Anderen Buchladen“ einstieg, der als alternatives Projekt gegründet worden war. Sölle übernahm die Ehrenfelder Filiale. Dem Geschäft in der Wahlenstraße, welches seit 2013 als „Buchsalon Ehrenfeld“ firmiert, wurde 2018 und 2019 der Deutsche Buchhandlungspreis verliehen. Als Vorstandsmitglied des Centrums Schwule Geschichte, das er 1984 mitgegründet hat, begleitet Sölle nicht nur die Entwicklung der Emanzipation, sondern sorgt auch dafür, dass die lange Zeit der Unterdrückung und Verfolgung nicht in Vergessenheit gerät. Dafür und auch für sein sonstiges Engagement wurde der Kölner Buchhändler von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland und bereits früher vom damaligen Schwulen Netzwerk NRW mit der Kompassnadel ausgezeichnet. Sölle, der auch Stadtführungen zur schwulen Geschichte organisiert, ist seit Jahren im Vorstand des 1988 gegründeten Verein EL-DE-Haus engagiert, dem Förderverein des Kölner NS Dokumentationszentrums.

© Martin Sölle

Moderation

© Jürgen Künz
Jürgen Künz

Jahrgang 1963, kann auf viele Jahre journalistischer Tätigkeit (ADAM, BOX, Du&Ich und First) zurückblicken. Zudem hat er Mitte der 90er die jährlich bundesweit stattfindende „Rote Schleifen Aktion“ ins Leben gerufen. Zahlreiche lesbisch-schwule Veranstaltungen wurden von ihm kreiert und durchgeführt. Aktuell unterstützt er homochrom redaktionell bei den „Couchgesprächen“.


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